DIN EN 1176 – Die wichtigste Normenreihe zu Spielplatzgeräten und Spielplatzböden

Die Normenreihe DIN EN 1176 befasst sich mit Spielplatzgeräte und Spielplatzböden und besteht aus folgenden Teilen:

  • Teil 1 – Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
  • Teil 2 – Schaukeln
  • Teil 3 – Rutschen
  • Teil 4 – Seilbahnen
  • Teil 5 – Karussells
  • Teil 6 – Wippgeräte
  • Teil 7 – Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb
  • Teil 10 – Vollständig umschlossene Spielgeräte
  • Teil 11 – Raumnetze

Rechtliche Hintergründe

Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)
In § 4 des ProdSG wird insbesondere die technische Sicherheit von Spielgeräten geregelt. Danach dürfen nur Geräte in den Verkehr gebracht werden, die nach den anerkannten Regeln der Technik beschaffen sind.

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
Der Spielplatzträger ist im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht (§ 823 BGB) für die technische Sicherheit auf seinen Anlagen verantwortlich. Bei schuldhafter Handlung oder Unterlassung haften er oder seine Mitarbeiter im Schadensfalle. Von den Gerichten werden für eine Beurteilung einer schuldhaften Handlung die anerkannten Regeln der Technik zugrunde gelegt. Als anerkannte Regeln der Technik gelten die einschlägigen DIN EN-Normen. Wer sich danach richtet, handelt in der Regel ordnungsgemäß.

Pflichten für Hersteller und Betreiber von Spielplatzgeräten und Spielplätzen

Spielplatzbetreiber

  • Der Spielplatzbetreiber ist dafür verantwortlich, dass die Spielplatzgeräte und auch die Einbausituation den Anforderungen der Norm entsprechen.
  • Er muss dafür Sorge tragen, dass die von der Norm geforderten Regelmäßigen Inspektionen und Wartungen durchgeführt werden (Verkehrssicherungspflicht).

 Spielgerätehersteller

  • Der Spielgerätehersteller ist dazu verpflichtet, die Spielplatzgeräte, die er ausliefert, nach dem aktuellen Stand der Technik, d.h. der zum Zeitpunkt der Auslieferung gültige Fassung der Spielgeräte-Norm zu fertigen.

Montagearbeiten auf/an Spielplätzen

  • Der Einbau der Spielplatzgeräte muss nach den Vorgaben der DIN EN 1176 erfolgen. Die Verantwortung hierfür trägt derjenige bzw. die Firma, die die Montagearbeiten durchführt.

Bestandschutz

Die Neufassung einer Norm bringt zwangsläufig Verbesserungen – nicht überall, aber an manchen Details von Kinderspielgeräten. „Neue“ Konstruktionen machen frühere Konstruktionen zwangsläufig zu „alten“ Spielplatzgeräten.
Technische Produkte, also auch Spielplatzgeräte, werden am Stand der Normung und dem Wissensstand gemessen, die zur Zeit der Herstellung gültig waren. Das bedeutet, dass die unter Einhaltung der DIN 7926* und nachfolgenden Normen gebauten Spielplatzgeräte „sicher waren und auch bleiben“.

Juristisch wird dieser Tatbestand als „Bestandschutz“ bezeichnet. Eine rechtmäßig errichtete bauliche Anlage bleibt auch dann rechtmäßig, wenn die Anlage dem geänderten Recht nicht mehr entspricht.

Bestandschutz gilt auch dann, wenn ein der Vorgängernorm entsprechendes Spielplatzgerät umgesetzt wird, d. h. an einem anderen Standort eingebaut wird. Die Anforderungen an die Stoßdämpfung des Bodens im Verhältnis zur freien Fallhöhe, an den Freiraum und Fallraum, richten sich dann aber nach den aktuell gültigen Normen. Der Bestandschutz ist somit eingeschränkt.

Eine etwas differenziertere Situation ergibt sich in den Fällen, in denen bei Reparatur- und Wartungsarbeiten Teile eines Spielgerätes ersetzt werden müssen. Das bedeutet für Spielplatzgeräte, dass z. B. beim Austausch von kompletten Leitern, kompletten Brüstungen in Spielgerätekombinationen, kompletten Hängebrücken oder Kletternetzen der aktuelle Stand der Technik herzustellen ist. Erfordert die Instandhaltung bzw.-setzung lediglich den Austausch von Ersatzteilen oder Ersatz einfacher Bauteile, ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes ausreichend.

 Im Modul „Spielplätze und Spielplatzgeräte“ finden Sie immer die aktuelle Fassung der für Sie relevanten Norm (DIN EN 1176-Reihe, DIN EN 1177 u.a.) sowie auch die Historischen, das heißt bereits zurückgezogenen Dokumente. So haben Sie im Falle von Umbauten aber auch bei der Bewertung der Spielplatzgeräte im Zuge des Bestandschutzes immer die passende Norm zur Hand.

*DIN 7926 Kinderspielgeräte, ersetzt durch DIN EN 1176 und DIN EN 1177.

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