Spielplätze

Fallschutz bei Spielplatzgeräten

Zum Schutze der Spielenden auf Spielplätzen müssen vor allen Dingen Maßnahmen getroffen werden, die folgende Unfallgefahren verhindern:

  • Berührung mit scharfen Kanten oder zu rauen Oberflächen,
  • Einklemmen von Gliedmaßen oder Bekleidungsstücken an oder zwischen festen oder beweglichen Teilen oder spitzen Winkeln in Bewegungsbereichen,
  • Abstürze aus der Höhe – denen mit einem optimalen Fallschutz vorgebeugt werden kann.

 Aufgrund der Absturzgefahr ist besonders auf folgende Dinge beim Bau sowie der Wartung, Kontrolle und Prüfung von Spielplätzen und Spielplatzgeräten zu achten:

  • Begrenzung der freien Fallhöhe gemäß DIN EN 1176,
  • Einbau von Böden mit stoßdämpfenden Eigenschaften, abgestuft nach der möglichen Freien Fallhöhe,
  • Ausschluss von harten, scharfkantigen oder vorstehenden Konstruktionsteilen im Spiel- und denkbaren Fallbereich,
  • Beachtung normgerechter Absturzsicherungen

Fallschutz durch Regulierung der Freien Fallhöhe

Die Freie Fallhöhe (h) ist der größte lotrechte Abstand von der eindeutig beabsichtigten Körperunterstützung zur Aufprallfläche darunter. Sie wird durch die Benutzungsart bestimmt.

  • Bei stehender Benutzung ist die Freie Fallhöhe der Abstand zwischen Fußsohle und der darunterliegenden Fläche.
  • Bei sitzender Benutzung ist es der Abstand zwischen Sitzfläche und der Fläche darunter.
  • Bei hängender Benutzung ist es der Abstand zwischen Handgrifffläche und der darunterliegenden Fläche.
  • Bei hüpfender Benutzung ist die Freie Fallhöhe die Höhe der Sprungmatte über dem niedrigsten Punkt des Fallraums zzgl. 90 cm.

Dächer werden üblicherweise beim Fallschutz nicht in die Freie Fallhöhe mit einbezogen, wenn

  • sie kein Spielangebot enthalten;
  • keine Griffe oder Tritte angebracht werden;
  • Dachneigung oder Materialwahl des Spielgerätes nicht zum Beklettern animieren.

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In DIN EN 1176-1:2017-12 heißt es:  Die Bestimmung der freien Fallhöhe muss nach Tabelle 2 erfolgen, sofern nicht anders festgelegt. Die möglichen Bewegungen des Gerätes und des Nutzers müssen bei der Bestimmung der freien Fallhöhe berücksichtigt werden. Im Allgemeinen bedeutet dies, dass die größtmögliche Bewegung des Gerätes maßgebend sein muss.

Spezielle Anforderungen zur Freien Fallhöhe finden sich zudem in den entsprechenden Normenteilen der DIN EN 1176 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden

  • Teil 2 – Schaukeln
  • Teil 3 – Rutschen
  • Teil 4 – Seilbahnen
  • Teil 5 – Karussells
  • Teil 6 – Wippgeräte
  • Teil 10 – Vollständig umschlossene Spielgeräte
  • Teil 11 – Raumnetze 

Optimaler Fallschutz durch Stoßdämpfende Spielplatzböden

 DIN EN 1177:2018-03

legt die Prüfeinrichtung und die Verfahren für die Aufprallprüfung fest, mit denen die Stoßdämpfung von Böden durch Messung der beim Aufprall auftretenden Beschleunigung ermittelt werden kann.


ANMERKUNG Die in dieser Norm beschriebenen Prüfverfahren sind auch auf Aufprallflächen nach anderen Normen als jene über Spielplatzgeräte anwendbar, z. B. für Fitnessgeräte im Außenbereich oder für Parkoureinrichtungen.

In der DIN EN 1177 ist nur die Prüfsystematik für die Bewertung von stoßdämpfenden Materialien beschrieben. Daher ist dieser Normenteil nur für das Messen der kritischen Fallhöhe im Labor oder vor Ort auf dem Spielplatz von Bedeutung.

Alle Anforderungen an den Boden, die für die Planung und Realisierung der Spielplätze von Bedeutung sind, finden Sie in der DIN EN 1176-1.

Vorbeugung von Unfällen an Spielplatzgeräten durch Einhaltung des Fallraums

 Der Fallraum ist der Raum um, im oder am Spielplatzgerät, der während eines Falles von einem erhöhten Teil des Spielgerätes eingenommen werden kann. Der Fallraum beginnt ab der freien Fallhöhe. Er wird ab der Hauptfixierung an das Spielplatzgerät gemessen.

Bis 150 cm Fallhöhe beträgt die Länge der Aufprallfläche mindestens 150 cm und steigt dann mit der Fallhöhe an.

Ab 150 cm Fallhöhe gilt die Formel:

x = 2/3 y + 0,5 m oder y = 1,5 x – 0,75 m

d. h. bei 200 cm Fallhöhe wird eine Länge der Aufprallfläche von mindestens 183 cm benötigt, bei 250 cm eine von 217 cm, bei 300 cm eine von 250 cm. Unter 60 cm Fallhöhe gibt es keine Anforderungen an die stoßdämpfenden Eigenschaften des Spielplatzbodens, außer bei erzwungenen Bewegungen. Eine freie Fläche mit einer Mindestausdehnung von 150 cm muss um jedes Spielplatzgerät mit „erhöhten Teilen“ herum gegeben sein.

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Absturzsicherung auf Spielplätzen

 Geländer und Brüstungen an und auf Spielplatzgeräten dienen als Absturzsicherung und sind dadurch charakterisiert, dass die Spielenden nicht unter der Sicherung durchfallen können.

Anforderungen dazu finden sich in der DIN EN 1176-1, Abschnitt 4.2.4. Generell gilt:

  • für Fallhöhen ab 100 cm bis 200 cm sind Geländer erforderlich
  • für Fallhöhen ab 200 cm bis max. 300 cm sind Brüstungen (Absturzsicherungen) erforderlich.

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Enthaltene Normen in "Spielgeräte, Sport, Freizeitanlagen online"

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