Spielplätze

Spielplatzkontrolle und Spielplatzprüfung

Spielplatzkontrolle

In Deutschland müssen Kinderspielplätze und insbesondere die dort installierten Spielplatzgeräte einer regelmäßigen Kontrolle und Wartung unterworfen werden. Die gesetzliche Verpflichtung zu solchen Maßnahmen ergibt sich aus der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht, die dem Träger des Spielplatzes obliegt (§ 823 BGB).

In der DIN EN 1176-7 (Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb) sind alle Punkte enthalten, die in Deutschland nach der bisherigen Rechtsprechung erforderlich sind, um dieser Verpflichtung nachzukommen.

Kontrollen auf Spielplätzen sind erforderlich als:
Sichtkontrolle (visuelle Routineinspektion), Funktionskontrolle (operative Inspektion) sowie Jahreskontrolle (jährliche Hauptinspektion).

Visuelle Routineinspektion

  • Erfassen bzw. beseitigen aller offensichtlichen Gefahrenquellen durch z. B. Vandalismus, Witterungseinflüsse oder Benutzung
  • Inspektionsinhalte sind u.a. Sauberkeit der Spielplatzanlage, Bodenfreiheit, Beschaffenheit der Bodenoberfläche, freiliegende Fundamente,   scharfe Kanten, fehlende oder vorstehende Teile, übermäßiger Verschleiß beweglicher Teile, Stabilität der Spielplatzgeräte
  • Die prüfenden Personen müssen für Umfang und Inhalt ihrer Tätigkeit ausreichend informiert und eingewiesen werden

 Operative Inspektion (Spielplatzkontrolle alle 1-3 Monate)

  • Detaillierte Inspektion zur Überprüfung der Betriebssicherheit und der Stabilität der Spielplatzanlage
  • Überprüfung der Verschleißteile
  • Überprüfung der Verbindungsteile, Schrauben und Gelenke
  • Hier müssen sachkundige, gut ausgebildete (Bau)Handwerker die Inspektion als vorbereitende Maßnahme für die Instandhaltungsarbeiten vornehmen. Für diese verantwortungsvolle Tätigkeit sollte eine regelmäßige Schulung erfolgen

 Jährliche Hauptinspektion (siehe Spielplatzprüfung)

Besondere Kontrollanforderungen für Holzspielplatzgeräte

Es wird empfohlen, hölzerne Spielgeräte mindestens einmal jährlich, gegebenenfalls halbjährlich durch einen Holzschutzsachverständigen bewerten zu lassen.

Besondere Sorgfalt ist bei sog. erdverbauten Hölzern erforderlich, besonders bei Einbeingeräten. DIN EN 1176-1 Beiblatt 1:2009-01 enthält in Abschnitt 10 Hinweise für die Konstruktion und Wartung von Einbeingeräten und Geräten mit ausschließlich in Reihe stehenden Standpfosten.

Der Betreiber hat die Aufgabe, insbesondere die Einbeingeräte durch sehr sorgfältige Wartungsorganisation nutzungsfähig zu halten. Bei der intervallgemäßen Inspektion muss vorausschauend eine Einschätzung für die Dauer bis zur nächsten Untersuchung vorgenommen werden. Das Ende der Lebensdauer eines Gerätes muss erkannt werden, bevor es zu einem Zusammenbruch kommt.

Neuer Inhalt

Spielplatzprüfung

Die jährliche Hauptinspektion und die Inspektion von neu installierten Geräten auf Spielplätzen sollte stets von sachkundigen Personen durchgeführt werden, um die höchstmögliche Sicherheit von Spielplätzen und Spielgeräten zu gewährleisten.

Jährliche Hauptinspektion (Fremdkontrolle)

  • Feststellung des allgemeinen betriebssicheren Zustandes der Geräte, Fundamente und Oberflächen und des gesamten Spielplatzes
  • Hauptaugenmerk liegt auf korrekter Umsetzung aller im Laufe des Jahres erbrachten Leistungen (z. B. Wartungsarbeiten, Reparaturen) bezüglich der Anlagen-Sicherheit
  • Die innerhalb eines Jahres durchgeführten Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten sollen – in einem Vieraugenprinzip – kontrolliert werden. Wer im Laufe des Jahres kontrolliert oder repariert, sollte die Jahreskontrolle nicht durchführen

Prüfen von Spielgeräten

Die Prüfung einzelner Spielplatzgeräte umfasst mindestens die Schwerpunkte Frei- und Fallraum sowie Beschaffenheit der Aufprallfläche eines Spielgeräts, die Standsicherung und Funktionsfähigkeit der Geräte, ferner die Kontrolle von Verschleißteilen und die ausführliche Dokumentation von Fangstellen.

Die Gefahrstellen werden in folgenden Abschnitten der DIN EN 1176-1 behandelt

  • Fangstellen für Kopf und Hals, 4.2.7.2;
  • Fangstellen für die Kleidung/Haar, 4.2.7.3;
  • Fangstellen für den ganzen Körper, 4.2.7.4;
  • Fangstellen für den Fuß oder das Bein, 4.2.7.5;
  • Fangstellen für Finger, 4.2.7.6.
Quetsch- und Klemmstellen werden in DIN EN 1176-6, Anhang C behandelt.

Anforderungen an Spielgeräte, Böden und Freiräume finden Sie u.a. in folgenden Dokumenten:

Die DIN EN 1176 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden umfasst folgende Teile:

  • Teil 1 – Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
  • Teil 2 – Schaukeln
  • Teil 3 – Rutschen
  • Teil 4 – Seilbahnen
  • Teil 5 – Karussells
  • Teil 6 – Wippgeräte
  • Teil 7 – Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb
  • Teil 10 – Vollständig umschlossene Spielgeräte
  • Teil 11 – Raumnetze 

Da die Sicherheit stets oberste Priorität hat, kann es vorkommen, dass bei erheblicher Unfallgefahr einzelne Geräte durch den Spielplatzprüfer zu sperren sind. Zudem ist über die gesamte Prüfung ein Prüfbericht anzufertigen, der für mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden muss.

Verhaltenskodex für zertifizierte Spielplatzprüfer*

Dieser Verhaltenskodex legt Standesrichtlinien fest, die von zertifizierten Spielplatzprüfern (Certified Playground Safety Inspectors) nach Zulassung durch die Zertifizierungsstelle des nationalen Instituts für Sicherheit auf Spielplätzen (Certification Board of the National Playground Safety Institute) bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zu beachten sind.

Zertifizierte Prüfer haben bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit durch Einhaltung folgender Verhaltensgrundsätze ihre Integrität, Eignung und Aufrichtigkeit im Hinblick auf die Zertifizierung zu wahren und zu fördern:

  • Oberste Priorität gilt bei allen professionellen Dienstleistungen der Sicherheit der Spielplatzbenutzer.
  • Es wird immer nach dem aktuellen, vom National Playground Safety Institute anerkannten Sorgfaltsmaßstab gehandelt.
  • Die Prüfer halten sich mit den Abläufen zur Prüfung der Spielplatzsicherheit vertraut, auch was die Anwendung von Prüfwerkzeugen und aktuelle Sicherheitskriterien betrifft, und sind in dieser Hinsicht immer auf dem neuesten Stand.
  • Jede Nichtübereinstimmung mit dem Sorgfaltsmaßstab wird nach einem standardisierten Ablauf zur Überprüfung der Sicherheit identifiziert und dokumentiert, wobei auch der jeweils zutreffende Abschnitt des Referenzdokuments zu nennen ist.
  • Alle identifizierten Nichtübereinstimmungen werden den möglichen Konsequenzen entsprechend einer standardisierten Priorität zugeordnet.
  • Mitarbeiter bzw. Kunden werden über Zustände, die ernsthafte Gefahren bedeuten können, so schnell wie möglich informiert, und zwar in Form eines schriftlichen Berichts mit lückenloser Darstellung negativer Ergebnisse aus der offiziellen Dokumentation der Sicherheitsüberprüfung.
  • Eine Sicherheitsprüfung wird niemals ohne Wissen und Zustimmung des Spielplatzeigentümers ausgeführt.
  • Den Ergebnissen eines anderen zertifizierten Spielplatzprüfers wird niemals widersprochen, ohne sich zuvor mit ihm über die Grundlage dieser Ergebnisse direkt beraten zu haben.
  • Eine Sicherheitsprüfung wird niemals mit der Absicht ausgeführt, das Ansehen eines Eigentümers oder Herstellers zu beschädigen oder Vorteile für den Verkauf anderer Geräte oder Produkte zu erwirken.
  • Die Ergebnisse einer Prüfung werden niemals einer anderen Person als dem Spielplatzeigentümer selbst mitgeteilt, es sei denn, der Eigentümer hat seine Zustimmung hierzu erteilt.

 Zertifizierten Prüfern, die sich nicht an diese professionellen Richtlinien halten, wird nach einer entsprechenden negativen Feststellung gemäß den vom Vorstand des National Playground Safety Institute eingeführten Überprüfungs- und Vollstreckungsabläufen die professionelle Zertifizierung aberkannt.

 *Agde, G./Beltzig, G./Danner, F./Richter, J./Settelmeier, D.: Spielgeräte – Sicherheit auf Europas Spielplätzen. Erläuterung in Bildern zu DIN EN 1176. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Beuth, 2018.

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